Quelle: Swissolar-Batteriemonitor 2026
Mit dem Batteriemonitor 2026 legt Swissolar eine aktuelle Standortbestimmung zum Schweizer Speichermarkt vor. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Batteriespeicher haben sich vom optionalen Zusatz zum tragenden Element des Energiesystems entwickelt. Sowohl hinter dem Zähler («behind the meter») bei Gewerbe- und Industriebetrieben als auch als grosse Netzspeicher direkt im Verteilnetz («in front of the meter») gewinnen sie rasant an Bedeutung.
Der Speichermarkt in Zahlen
Wie weit die Schweiz heute ist und wohin die Reise geht, lässt sich an drei Kennzahlen festmachen:
- Rund 1’500 MWh Speicherkapazität waren 2025 bereits bei Nutzenden (Behind-the-meter) installiert, also direkt bei Verbraucherinnen und Verbrauchern.
- Mindestens 135 MWh Front-of-the-meter-Speicher sind in Betrieb, die direkt ins Verteilnetz einspeisen.
- Bis 2030 sind 4’200 MWh Netzspeicherkapazität geplant.
Der Zubau beschleunigt sich also nicht nur bei Heim- und Gewerbespeichern, sondern zunehmend auch im grossen Massstab auf Netzebene.
Zwei Welten: Behind-the-meter und Front-of-the-meter
Der Batteriemonitor 2026 unterscheidet neu klar zwischen zwei Kategorien, der letztjährige Bericht fokussierte noch auf Behind-the-Meter-Batteriespeicher (zum Bericht 2025). Diese Unterscheidung ist entscheidend, um die Rolle von Speichern richtig einzuordnen.
Behind-the-meter-Speicher stehen auf der Verbraucherseite, also hinter dem Netzanschluss eines Betriebs oder Haushalts. Sie dienen heute an vielen Standorten der Eigenverbrauchsoptimierung: Selbst erzeugter Solarstrom wird gespeichert und dann genutzt, wenn die Sonne nicht scheint. Durch neue Anreizsysteme werden sie künftig vermehrt auch das Netz entlasten, indem sie Verbrauch und Einspeisung intelligent steuern und lokale Engpässe reduzieren. Falls sie richtig angeschlossen sind, können sie ebenfalls am Regelleistungsmarkt teilnehmen.
Neben der Eigenverbrauchsoptimierung eröffnet sich damit für klassische Behind-the-meter-Speicher in der Schweiz ein zusätzliches Erlösfeld: die Vermarktung von Flexibilität einerseits als bereitgehaltene Regelleistung, andererseits als tatsächlich abgerufene Regelenergie. Der entscheidende Hebel dafür ist das sogenannte Pooling. Dabei werden mehrere kleinere Anlagen, die einzeln unter der Marktschwelle von 1 MW liegen, zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen. Gemeinsam erfüllen sie die Anforderungen von Swissgrid und können so Regelenergie am Markt anbieten. Es ist ein Modell, das gerade für Gewerbe- und Industriespeicher interessant ist.

Front-of-the-meter-Speicher stehen vor dem Netzanschlusspunkt eines Endverbrauchers, direkt im Verteilnetz. In der Regel handelt es sich hier um Grossspeicher mit einer Leistung von mindestens 1 MW und einer Kapazität von mehreren MWh. Sie werden heute vor allem zur Stabilisierung des Stromnetzes durch Engpassmanagement eingesetzt. Darüber hinaus können sie Regelenergie bereitstellen und, ausgestattet mit netzbildenden Wechselrichtern, zur Netzstabilität beitragen, bei einem Stromausfall Schwarzstarthilfe leisten oder für Energiearbitrage genutzt werden.
Wie gross die Dimension solcher Speicher werden kann, zeigt das derzeit grösste Batteriespeicherprojekt der Schweiz in Laufenburg: Für 2028 ist dort im Endausbau eine Anlage mit rund 1’200 MW Leistung und 2’100 MWh Kapazität geplant, leistungsmässig also grösser als die grössten AKW der Schweiz. Anders als die meisten Schweizer Batteriespeicher setzt sie nicht auf Lithium-Ionen-, sondern auf Redox-Flow-Technologie: ein Hinweis darauf, dass sich bei Grossspeichern auch die Speicherchemie ausdifferenziert.
Warum sich Speicher zunehmend rechnen
Ein zentraler Befund des Berichts: Batteriespeicher werden wirtschaftlich immer attraktiver. Swissolar nennt dafür vier konkrete Treiber:
- Sinkende Abnahmevergütungen für ins Netz eingespeisten Solarstrom – wer seinen Strom selbst nutzt, statt günstig einzuspeisen, profitiert stärker.
- Die Rückerstattung des Netznutzungsentgelts für Strom, der gespeichert und später wieder eingespeist wird.
- Dynamische Stromtarife, die es ermöglichen, gezielt dann Strom zu beziehen oder abzugeben, wenn es sich lohnt.
- Sinkende Installationskosten: Ein 15-kWh-Speicher wurde 2025 für durchschnittlich rund 8’800 CHF installiert.
Besonders die Rückerstattung des Netznutzungsentgelts beruht auf einer wichtigen gesetzlichen Änderung. Bislang wurden Speicher mit Endverbrauch beim Strombezug aus dem Netz wie normale Endverbraucher behandelt und mussten anders als andere Speicher, wie etwa Pumpspeicherwerken, dafür Netznutzungsentgelte zahlen. Mit der revidierten Stromversorgungsverordnung (Art. 18d–i StromVV bzw. Art. 14a Abs. 4 StromVG) wurde diese Benachteiligung teilweise behoben: Seit dem 1. Januar 2026 können Betreiberinnen und Betreiber solcher Speicher beim Verteilnetzbetreiber eine Rückerstattung beantragen. Sie gilt allerdings nur für jene Strommenge, die aus dem Netz bezogen, gespeichert und anschliessend wieder eingespeist wird, und setzt ein geeignetes Messsystem voraus, das die geladenen und wieder eingespeisten Mengen sauber dokumentiert. Dieselbe Regelung gilt auch für Elektrofahrzeuge und für Anlagen, die Strom in andere Energieformen und wieder zurück umwandeln.

Die Sicht von SRS: Der Speicher als zentrales Element
Für Swiss Renewable Solutions bestätigt der Batteriemonitor 2026 einen Trend, den wir in unseren Projekten seit Längerem beobachten: Der Speicher rückt vom „Nice-to-have” ins Zentrum jeder durchdachten Energielösung. Genauso wie sich unser partnerschaftliches Modell bereits bei reinen PV-Anlagen bewährt hat, begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden auch beim Speicher – über die gesamte Bandbreite der Anwendungsfälle:
- Eigenverbrauch erhöhen – mehr vom selbst produzierten Solarstrom im eigenen Betrieb nutzen.
- Lastspitzen reduzieren – teure Leistungsspitzen kappen und Netzkosten senken.
- Notstrom-Versorgung – Versorgungssicherheit bei Netzausfällen erhöhen.
- Regelleistungs-Vermarktung – vorhandene Speicherkapazität aktiv am Markt einsetzen und zusätzliche Erträge erschliessen.
Entscheidend ist dabei, dass ein Speicher zum konkreten Lastprofil und zu den Zielen des Betriebs passt. Weil wir bei SRS selbst in die Anlagen investieren und die Wirtschaftlichkeit vorab sorgfältig prüfen, empfehlen wir einen Speicher erst dann, wenn er sich auch tatsächlich rechnet, um eine Win-win-Situation auf beiden Seiten. Die im Batteriemonitor 2026 dokumentierten Kostensenkungen und neuen Anreize sorgen dafür, dass dieser Fall immer häufiger eintritt.
Ein zentraler Punkt, der in modernen Energiesystemen aus unserer Sicht zu kurz kommt, sind die Energiemanagementsysteme (EMS) für Gewerbe- und Industrie-Anlagen. Die im Batteriemonitor unter „Häufigste Marken für Energiemanagementsysteme” genannten Lösungen zielen vor allem auf Heimspeicher und das Energiemanagement im Einfamilienhaus (EFH). Für Gewerbe- und Industrieanlagen braucht es jedoch deutlich mehr bzw. einen anderen Funktionsumfang und Zuverlässigkeit. Ein Beispiel dafür ist die Reduktion von Lastspitzen, die im EFH meist keine Rolle spielen, in Industriebetrieben jedoch tausende von Franken jährlich kosten.
SRS hat hierzu eine eigene Evaluation durchgeführt und testet die geeigneten Systeme derzeit im praktischen Einsatz, damit unsere Partnerinnen und Partner von Anfang an auf eine Lösung setzen können, die ihrem Betrieb wirklich gewachsen ist.

Der Batteriemonitor 2026 zeigt, dass die Schweiz beim Speicherzubau deutlich vorankommt. Damit das Potenzial wirtschaftlich maximal gehoben wird, braucht es die richtige Auslegung, den passenden Anwendungsfall, das richtige Energiemanagement und einen unabhängigen, kompetenten Umsetzungspartner.
Sie überlegen, ob sich ein Batteriespeicher für Ihren Betrieb lohnt? Swiss Renewable Solutions begleitet Sie von der Erstberatung bis zur schlüsselfertigen Lösung – kompetent, unabhängig und ganz auf Ihr Lastprofil abgestimmt. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.
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