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Contract for Difference (CfD): Was steckt hinter diesem Förderinstrument – und was bedeutet es für die Schweiz?
08. Mai 2026

Wer sich mit der Förderung erneuerbarer Energien beschäftigt, stösst früher oder später auf den Begriff Contract for Difference – kurz CfD. Das Instrument ist in Grossbritannien seit Jahren etabliert, gewinnt in der EU zunehmend an Bedeutung – und könnte auch für die Schweiz relevanter werden, als viele denken. 

Was ist ein Contract for Difference? 

Ein Contract for Difference ist ein Finanzinstrument, bei dem zwei Parteien – typischerweise ein Stromerzeuger und der Staat – vereinbaren, die Differenz zwischen einem festgelegten Preis (dem sogenannten Strike Price) und dem tatsächlichen Marktpreis auszugleichen. Der Strom selbst wird dabei ganz normal am Markt verkauft – physisch geliefert wird beim CfD nichts. 

Das Prinzip ist einfach: 

  • Liegt der Marktpreis unter dem Strike Price, zahlt der Staat die Differenz an den Produzenten. 
  • Liegt der Marktpreis über dem Strike Price, zahlt der Produzent die Differenz zurück. 

Das Ergebnis: Der Erzeuger erhält wirtschaftlich immer den vereinbarten Festpreis – unabhängig von Marktschwankungen. Das schafft Planungssicherheit, senkt die Kapitalkosten für Investitionen erheblich und macht Projekte für Finanzierer attraktiver. 

Warum ist das relevant für erneuerbare Energien? 

Grosse Photovoltaik- und Windprojekte brauchen Investitionssicherheit über lange Zeiträume. Niemand baut ein Solarkraftwerk mit 20-jähriger Abschreibungsdauer, wenn der Erlös davon abhängt, ob der Strompreis in zehn Jahren bei 20 oder 150 CHF/MWh liegt. 

Genau hier setzt der CfD an: Er nimmt das Preisrisiko aus der Gleichung heraus – für beide Seiten. Der Produzent profitiert von Stabilität, der Staat schützt sich gleichzeitig vor übermässigen Subventionen, wenn die Preise hoch sind, weil der Produzent dann zurückzahlt. 

Grosse Offshore-Wind- und Solarparks in Grossbritannien wurden mit diesem Modell finanziert – mit nachweislich sinkenden Ausschreibungspreisen über die Jahre. 

Unterschied zum deutschen EEG-Marktprämienmodell 

Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kennt mit dem anzulegenden Wert ein ähnliches Konzept: Auch hier gibt es einen Referenzpreis, und die Differenz zum Marktpreis wird ausgeglichen. Der Unterschied liegt im Detail: 

Das klassische EEG-Modell war einseitig – der Produzent erhielt Ausgleichszahlungen bei niedrigen Marktpreisen, zahlte aber nichts zurück, wenn die Preise stiegen. Der echte CfD hingegen ist zweiseitig und damit symmetrisch für beide Seiten. 

In der Praxis nähern sich die Modelle an: Mit den Interventionen rund um die Energiepreiskrise 2022/23 hat Deutschland faktisch Rückzahlungsmechanismen eingeführt – ein Schritt in Richtung CfD-Logik. 

Ein weiterer Unterschied: Der CfD ist ein privatrechtlicher Vertrag mit einer klar definierten Laufzeit (typischerweise 15 Jahre), während der EEG-Anspruch auf gesetzlicher Grundlage beruht – und damit bei Gesetzesänderungen weniger Rechtssicherheit bietet. 

Was bedeutet das für die Schweiz? 

Die Schweiz fördert erneuerbare Energien traditionell über die Einmalvergütung (EIV) – eine einmalige Investitionsförderung beim Bau der Anlage. Dieses Modell ist einfach, transparent und hat den Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz massgeblich vorangetrieben. 

Für kleinere Anlagen bleibt die Einmalvergütung das geeignete Instrument. Bei grösseren Projekten, insbesondere bei der Frage, wie die Schweiz in Zukunft grosse Solaranlagen oder alpine Anlagen finanzieren will, könnte ein CfD-ähnliches Modell als Ergänzung sinnvoll sein: als Instrument, das Investoren Planungssicherheit gibt, ohne den Steuerzahler dauerhaft einseitig zu belasten. 

Die Diskussion darüber hat in der Schweiz noch nicht richtig begonnen, bei SRS denken wir jedoch, dass sie kommen wird, weil die Finanzierbarkeit von Erneuerbaren Projekten zunehmend schwieriger wird und der Ausbau erwünscht und notwendig ist.

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