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Starker Anstieg der Strompreise um 27% in der Schweiz
05. September 2023

Im September hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission, ElCom, die Stromtarife für 2024herausgegeben: 2024 steigen die Energiekosten im Schnitt um 27 %, die Netzkosten um 7 %. Der anteilsmässig kleine Teil der Abgaben bleibt etwa gleich.

 

Wie ist diese Entwicklung einzuordnen? Wir haben uns ein paar Gedanken dazu gemacht.

 

𝗘𝗻𝗲𝗿𝗴𝗶𝗲: Angesichts der hohen Inlandproduktion (knapp 61.9 TWh bei einem Gesamtverbrauch von 62.5 TWh) ist der markante Anstieg der Energiepreise überraschend. Es scheint unrealistisch, dass die Gestehungskosten der bestehenden Kraftwerke um einen so grossen Anteil gestiegen ist. Vielmehr wird Strom nicht direkt aus den in der Schweiz vorhandenen Kraftwerken, sondern über den Markt eingekauft. Da der Marktpreis hoch ist (insbesondere im Herbst, wenn unsere Versorger einkaufen), können so von den Versorgern mit eigenen Produktionswerken höhere Gewinne erzielt werden. Während Kunden so indirekt also einen relativ teuren Marktpreis zahlen (ohne Netzkosten >18 Rp/kWh), erhalten Photovoltaik-Stromproduzenten, welche ihren Strom ins Netz einspeisen, teilweise eine relativ geringe Vergütung dafür (teilweise unter 8 Rp/kWh).

 

𝗡𝗲𝘁𝘇𝗸𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻: Der Anstieg der Kosten um 7 % scheint für eine langfristige Infrastruktur im Monopolmarkt sehr hoch. Bei einem jährlichen Anstieg um 7 % würde das in 10 Jahren eine Verdoppelung der Netzkosten bedeuten.

 

In unserem Nachbarland Deutschland sieht es ähnlich aus: Laut Prognosen werden die Strompreise 2024 um 11 % steigen. Die Bundesregierung ist nun daran, Preisbremsen einzurichten, um die privaten Haushalte und Unternehmen zu entlasten. Wie diese aber genau aussehen werden und in welchem Ausmass sie eingerichtet werden können, hängt von Entscheidungen der EU ab bzw. davon, ob sich die Regierungen solche Preisbremsen überhaupt leisten können. Denn nachdem die Gerichte entschieden haben, dass die Corona-Gelder nicht für andere Bereiche wie beispielsweise den Energiesektor verwendet werden dürfen, ist die Finanzierung unklar.

 

Ob mit oder ohne staatliche Subvention – es ist klar, dass die Ausgaben für Strom sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland ansteigen werden. Für uns ein Grund mehr, sich unabhängig von Energielieferanten, Netzbetreibern und politischen Entscheidungen selber zu versorgen.

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