Messebericht · München, 23.–25. Juni 2026 · Swiss Renewable Solutions (SRS)
Falls wir einen Begriff als Zusammenfassung unseres Besuchs der diesjährigen Messen Intersolar / The smarter E in München nennen müssten, so wäre es: «Microgrids». Er steht für die zunehmende Entwicklung hin zu ganzheitlichen, integrierten – vielleicht sogar «smarten» – Lösungen, bei denen Erzeugung, Speicherung und Verbrauch nicht mehr isoliert gedacht werden. Statt einzelner Komponenten rückt das Zusammenspiel von Photovoltaik, Batteriespeichern, Ladeinfrastruktur und intelligenter Steuerung in den Vordergrund. Gerade im gewerblichen und industriellen Umfeld entstehen so Systeme, die nicht nur den Eigenverbrauch optimieren, sondern auch flexibel auf Markt- und Netzanforderungen reagieren können.
«Wir sehen immer weniger isolierte Komponenten: Entscheidend ist, wie gut sich alles zu einem funktionierenden System verbinden lässt.» — Roman Gysel, Geschäftsführer SRS
Neue Akteure: Energie und Mobilität wachsen zusammen
Auffällig ist, dass immer mehr Akteure aus angrenzenden Industrien in diesen Markt eintreten. Mit Volkswagen, Mercedes oder Tesla waren auch grosse Fahrzeughersteller präsent – ein deutliches Zeichen für die zunehmende Verschmelzung von Energie- und Mobilitätssystemen. Elektromobilität wird damit nicht mehr als separater Anwendungsfall betrachtet, sondern als integraler Bestandteil eines übergeordneten Energiesystems. Bei der Ladeinfrastruktur zeigte sich das auch in der Leistung: Megawatt-Laden mit bis zu 1,2 MW war zu sehen.
Verschiebung entlang der Wertschöpfungskette
Im Vergleich zu früheren Jahren zeigt sich gleichzeitig eine deutliche Verschiebung entlang der Wertschöpfungskette. Während vor rund zehn Jahren noch zahlreiche Maschinenbauer für die PV-Zell- und Modulproduktion vertreten waren, sind diese heute kaum noch präsent – und aus Europa weitgehend verschwunden. Die industrielle Fertigung hat sich konsolidiert und global verschoben, was sich auch in der Dominanz chinesischer Hersteller bei Photovoltaik und Batteriespeichern widerspiegelt. In der Ladeinfrastruktur ist diese Präsenz ebenfalls deutlich gewachsen.
Die Integration bleibt lokal
Gleichzeitig entsteht jedoch kein rein zentralisierter Markt. Die Integration dieser Komponenten erfolgt weiterhin stark lokal, da regulatorische Anforderungen, Netzanschlussbedingungen und kundenspezifische Bedürfnisse von Land zu Land und von Kunde zu Kunde variieren. Gerade bei Microgrids im Gewerbe- und Industriesegment zeigt sich: Der eigentliche Mehrwert – und zugleich die Herausforderung – liegt nicht allein in der Hardware, sondern in der Fähigkeit, diese zu einem funktionierenden Gesamtsystem zu kombinieren und auf den jeweiligen Anwendungsfall abzustimmen.
Damit verschiebt sich die Rolle vieler Marktteilnehmer hin zu Systemintegratoren und Betreibern, die die Brücke zwischen globaler Technologie und lokalen Anforderungen schlagen. Auch Betreiber und Eigentümer von Anlagen müssen ihren Blick deutlich öffnen, um erfolgreich durch die Anforderungen des aktuellen und künftigen Energiemarktes zu navigieren.
Unsere Rolle
Genau hier sehen wir bei SRS unsere Stärke: als Integrator und Betreiber, der global entwickelte Technologien in wirtschaftliche, robuste Energiesysteme vor Ort übersetzt. Der Wettbewerb findet nicht mehr ausschliesslich auf Komponentenebene statt – für unsere Kunden ist entscheidend, ob ein Anbieter fähig ist, funktionierende Energiesysteme zu gestalten und langfristig zu betreiben.