PV & SPEICHER FÜR GEWERBE UND INDUSTRIE
Der Schweizer Solarmarkt hat sich gedreht. Der Zubau neuer Photovoltaik sinkt, die Nachfrage nach Batteriespeichern boomt. Für Gewerbe und Industrie ist das kein Widerspruch, sondern eine klare Ansage.
9.5 GW
installierte PV-Leistung in der Schweiz per Ende 2025
+70 %
Wachstum der Speichernachfrage im gleichen Jahr
20 bis 50 %
tiefere Lastspitze durch Peak Shaving
Der Schweizer Solarmarkt hat 2025 eine Wende erlebt. Zum ersten Mal seit Jahren ging der Zubau neuer Photovoltaik-Leistung zurück, während die Nachfrage nach Batteriespeichern kräftig gestiegen ist. Für Gewerbe- und Industriebetriebe ist das kein Widerspruch, sondern ein klares Signal. Die reine Solaranlage genügt heute nicht mehr, um das volle wirtschaftliche Potenzial auszuschöpfen. Der Speicher rückt ins Zentrum.
Lange galt der Batteriespeicher als optionales Zubehör zur Photovoltaik, vor allem im Einfamilienhaus. Das ändert sich gerade grundlegend. Nach Zahlen von Swissolar sind in der Schweiz per Ende 2025 Photovoltaik-Anlagen mit rund 9.5 Gigawatt installiert. Der Zubau fiel im gleichen Jahr auf etwa 1.33 Gigawatt, den grössten Anteil daran hatten mit rund 547 Megawatt Anlagen in Gewerbe und Industrie. Parallel dazu legte die Nachfrage nach Batteriespeichern um rund 70 Prozent zu.
Besonders aufschlussreich ist der Batteriemonitor 2026 von Swissolar. Er zeigt eine deutliche Verlagerung weg vom Eigenheim hin zu Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Genau dort, wo grosse Dachflächen, hohe Lastspitzen und ein konstanter Betrieb aufeinandertreffen, entfaltet die Kombination aus Photovoltaik und Speicher ihren grössten Nutzen.
Drei Neuerungen machen Speicher für kommerzielle Betreiber attraktiver denn je. Sie greifen ineinander und verschieben den wirtschaftlichen Schwerpunkt einer Anlage.
2026 UND 2027 IM ÜBERBLICK
1
Die 70-Prozent-Regel. Seit dem 1. Januar 2026 dürfen neu ans Netz gehende PV-Anlagen im Niederspannungsnetz nur noch maximal 70 Prozent ihrer installierten DC-Leistung einspeisen. Ein Speicher fängt die abgeregelte Spitzenproduktion auf, statt sie zu verschenken.
2
Der dynamische Rückliefertarif (ab 2027). Ab 2027 richtet sich die Vergütung für eingespeisten Solarstrom am stündlichen Spotmarktpreis aus, statt am bisherigen vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis. Einspeisen lohnt sich dann, wenn der Strom im System gebraucht wird und die Preise hoch sind. In den sonnenreichen Mittagsstunden, wenn viele Anlagen gleichzeitig produzieren und die Preise tief oder sogar negativ ausfallen, lohnt es sich, den Strom zu speichern statt einzuspeisen. (https://www.swissolar.ch/de/wissen/wirtschaftlichkeit/abnahmeverguetung)
3Rückvergütung aus dem Speicher. Zwischengespeicherter Strom darf ab 2026 wieder ins Netz eingespeist und vergütet werden, allerdings nur im Umfang des zuvor bezogenen Stroms. Das erweitert den Spielraum eines Speichers zusätzlich.
Für Betriebe mit variablem Lastprofil, also praktisch jeden Produktions-, Logistik- oder Gewerbebetrieb, ist die Kappung von Lastspitzen häufig der wirtschaftlich wirksamste Einsatz eines Speichers. Schwere Maschinen wie Pressen, Öfen, Kompressoren oder Kühlaggregate erzeugen beim Anlaufen kurze, hohe Leistungsspitzen. Ein Batteriespeicher erkennt diese in Echtzeit und entlädt gezielt.
Die gemessene 15-Minuten-Spitze lässt sich so je nach Lastprofil um 20 bis 50 Prozent reduzieren. Da die Netzentgelte an dieser Spitze hängen, sinken die Kosten proportional. Für viele Betriebe bedeutet das Einsparungen im fünfstelligen Bereich pro Jahr, und dieser Effekt tritt ganz unabhängig davon ein, ob gerade die Sonne scheint.
Die Zeit, in der sich eine PV-Anlage vor allem über die Einspeisevergütung rechnete, ist weitgehend vorbei. Die Vergütung für ins Netz gespeisten Strom fällt vielerorts gering aus. Entscheidend ist heute, möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms auch selbst zu nutzen.
Genau hier setzt der Speicher an. Er verschiebt die Mittagsproduktion in die Morgen- und Abendstunden, wenn der Betrieb Strom braucht, die Sonne aber nicht mehr liefert. Je grösser die Differenz zwischen dem Bezugspreis und der Einspeisevergütung ausfällt, desto schneller rechnet sich ein Speicher. Mit den sinkenden Einspeisetarifen 2026 stieg diese Differenz 2026 so stark wie selten zuvor.
Nicht jeder Betrieb profitiert gleich stark. Drei Profile stechen heraus und eignen sich damit als Orientierung für die eigene Standortfrage.
Kühlung und Solarproduktion laufen weitgehend synchron. In Kombination mit einem Speicher sind Eigenverbrauchsquoten von 80 bis 90 Prozent realistisch. Gleichzeitig kann der Speicher die Kühlkette bei Netzunterbrüchen kurzzeitig absichern.
Wer sein Hallendach mit Photovoltaik belegt, einen Speicher ergänzt und einen Ladepark für Elektro-Lastwagen betreibt, verbindet drei Systeme zu einem integrierten Energiekonzept. Der Speicher ermöglicht den Ausbau der Ladeinfrastruktur, ohne den Netzanschluss zu verstärken.
Hohe, planbare Grundlast und ausgeprägte Lastspitzen ergeben ein ideales Profil. Amortisationszeiten von vier bis sechs Jahren sind bei sauberer Lastprofilanalyse gut erreichbar.
Der wichtigste Treiber ist der Preis. Die Kosten für Lithium-Eisenphosphat-Speicher sind seit 2022 um rund 70 Prozent gesunken. Projekte, die vor zwei Jahren nicht rentabel waren, rechnen sich heute. Kommerzielle Speicher sind bereits ab rund 250 kWh sinnvoll umsetzbar. Den vollen Hebel entfalten Standorte mit einem Netzanschluss ab etwa einem halben Megawatt und einem Jahresverbrauch von einer halben Gigawattstunde.
Ein professionell bewirtschafteter Speicher verdient dabei aus mehreren Quellen gleichzeitig. Er senkt die Lastspitze, optimiert den Eigenverbrauch, stellt Systemdienstleistungen für Swissgrid bereit und nutzt Preisunterschiede am Strommarkt. Weil das System in Millisekunden reagiert statt in Sekunden wie ein Dieselgenerator, können Speichersysteme bei kritischen Prozessen zugleich die Rolle der Notstromversorgung übernehmen.
Der wirtschaftliche Fall für Speicher ist heute klar, die Umsetzung und der wirtschaftliche Betrieb bleiben anspruchsvoll. Hier setzt das Angebot von Swiss Renewable Solutions an. Mit dem Betriebs- oder Contracting-Modell planen, bauen, betreiben und unterhalten wir die komplette Anlage aus Photovoltaik, Speicher und intelligentem Energiemanagement. Je nach Ihren Bedürfnissen übernehmen Sie die Investition in den Speicher direkt selbst oder Sie delegieren Sie an SRS.. Sie profitieren von tieferen Energiekosten, geringeren Leistungsspitzen und einer CO2-neutralen Versorgung. Aus einer komplexen Investitionsentscheidung wird für Sie ein planbarer Betriebskostenvorteil.
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Quellen und Datengrundlage: Statistik Sonnenenergie 2025 und Batteriemonitor 2026 von Swissolar, Fachberichterstattung pv magazine sowie die ab 2026 geltenden Bestimmungen des revidierten Stromversorgungsgesetzes (Mantelerlass).